Pädagogisches Konzept

Grundlagen der pädagogischen Arbeit

Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen leben in zwei Gruppen von maximal 6 Personen. Sie werden pädagogisch betreut und familienähnliche Lebensbedingungen werden hergestellt. Vorrangiges Ziel ist die Reintegration der jungen Menschen in ein altersgemäßes Alltagsleben. Wir wollen eine Teilnahme an vielfältigen Formen des gesellschaftlichen Lebens in Teilschritten realisieren (Schulbesuch, Freizeit, Privatsphäre).

Der für jeden Jugendlichen ausgehend vom diagnostizierten Entwicklungsstand erstellte Erziehungsplan einschließlich des aus o. g. individuell zugeschnittenen therapeutischen Programms ist deshalb Leitfaden des Handelns. Das alles geschieht auf der Grundlage von entwicklungsprozessbegleitenden Beobachtungen und Analysen.

Die Erziehungsplanung enthält Aussagen über Nah- und Fernziele und über die entsprechenden Mittel und Methoden.

Der regelmäßige Kontakt zu den Eltern soll sowohl unsere Arbeit begleiten als auch Hilfestellung für den Jugendlichen sein. Den Eltern stehen wir auf Anforderung als Partner und Ratgeber im Sinne einer familientherapeutischen Arbeit zur Verfügung.

 

Zur Gruppenarbeit:

 

Der Einrichtung liegt weiterhin ein bewegungs- und tätigkeitsförderndes Konzept zu Grunde, welches durch die natürlichen Gegebenheiten ( Lage, Außengelände, Waldnähe, vielfältige Sport- und Spielmöglichkeiten ) begünstigt wird. Wir nutzen polytechnische und andere Freizeitformen in o.g. Sinne.

Die zuständigen Schul- und Jugendämter sowie Eltern oder Sorgeberechtigte und die Jugendlichen bringen ihre Gedanken in den pädagogischen Prozess ein. Im stärker werdenden Maße gelingt es, die jungen Menschen an der Planung des Alltages zu beteiligen.

 

 

Grundlagen der Therapeutischen Arbeit

Die jungen Menschen erhalten die notwendigen psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungen. Die Teilnahme an diesen ist Pflicht.

 

Grundlagen der therapeutischen Arbeit sind:

  1. 24 Stunden am Tag Fachbetreuung
  2. Teilnahme an den Therapiemaßnahmen (für jedes Kind wird ein individuelles   Therapieprogramm aufgestellt)
  3. Mitarbeit der Eltern / Sorgeberechtigten / Bezugspersonen (soweit möglich)
  4. Pädagogische Betreuung, Förderung der Gesamtpersönlichkeit
  5. Mitgestaltung der Wohngruppe durch die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
  6. Selbstversorgung (Essen, Reinigung) als therapeutischer Ansatz
  7. enge Kooperation mit der KJP bei Dekompensationen, akuter Suizidalität und Krisen
  8. klinische und pädagogische Dokumentation
  9. wöchentliche Fallbesprechung (Visite) und monatliche Teamsupervision

 

Sozialpädagogen, Erzieher und Heilpädagogen sichern Geborgenheit, Akzeptanz und Hilfe für eine progressive Individualentwicklung.

Ein Kinder- und Jugendpsychiater betreut vor Ort die Kinder und Jugendlichen, kann die Medikation vornehmen, steht bei akuten Problemen zur Verfügung und führt Visiten und Therapien durch.

Die regelmäßigen Supervisionen dienen einer qualitativen Ausgestaltung unserer Arbeit und sichern auch in der Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Heilpädagogen ein hohes Maß an Fachlichkeit.

 

Beschulung und Wiedereingliederung in öffentliche Schulen

Die Einrichtung bietet allen noch nicht zur Teilnahme am Unterricht an öffentlicher Schulen fähigen Bewohnern eine interne Beschulung durch delegierte Fachlehrer des Schulamtes an. Diese knüpfen an die Klinikbeschulung in den Grundlagenfächern an, erteilen regulären Unterricht und streben gemeinsam mit dem Fachpersonal der Einrichtung (das bei Bedarf Stützunterricht leisten kann) die volle Wiedereingliederung in öffentliche Schulen an.